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Sturzrisikoeinschätzung

Sturzrisikofaktoren systematisch erfassen statt nur Punkte zu zählen – Grundlage für individuelle Sturzprophylaxe.

Fachlich geprüft und freigegeben · Stand: 27.10.2026

Zweck

Definition

Die Sturzrisikoeinschätzung erfasst personen-, medikamenten- und umgebungsbezogene Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes erhöhen.

Art des Instruments

Der DNQP-Expertenstandard Sturzprophylaxe empfiehlt keine bestimmte Punkteskala, sondern eine strukturierte Erfassung von Risikofaktoren. Viele Einrichtungen nutzen dafür Checklisten.

Risikofaktoren

BereichBeispiele
Personfrühere Stürze, Gangunsicherheit, Sehstörung, Kognition, Inkontinenz, Sturzangst
MedikamenteSedativa, Antidepressiva, Antihypertensiva, Diuretika, Polypharmazie
UmgebungStolperfallen, schlechte Beleuchtung, ungeeignetes Schuhwerk, fehlende Haltegriffe

Anwendung

  • Bei Aufnahme, nach einem Sturz und bei Veränderungen.
  • Person und Angehörige nach Stürzen und Angst fragen.
  • Gang, Transfer und Umgebung beobachten.

Grenzen

  • Kein Instrument sagt Stürze sicher vorher.
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen (z. B. Bettgitter) sind keine Sturzprophylaxe.

Pflegerische Konsequenzen

  • Individuelle Maßnahmen: Kraft- und Balancetraining, Hilfsmittel, Umgebung anpassen.
  • Medikation ärztlich überprüfen lassen.
  • Information und Beratung von Person und Angehörigen.
  • Stürze dokumentieren und analysieren.

Zusammenfassung

Risikofaktoren erkennen, individuell handeln, regelmäßig neu einschätzen.

Quellen