Delir-Screening und CAM
Ein Delir früh erkennen – die vier Merkmale der Confusion Assessment Method und weitere Screening-Ansätze.
Fachlich geprüft und freigegeben · Stand: 27.10.2026
Zweck
Definition
Delir-Screening dient dazu, ein Delir – eine akute, schwankende Störung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein – früh zu erkennen und ärztliche Abklärung einzuleiten.
Confusion Assessment Method (CAM)
Ein Delir-Verdacht besteht nach CAM bei Merkmal 1 und 2 sowie zusätzlich 3 oder 4. Für die Intensivstation gibt es eine angepasste Version (CAM-ICU); weitere Screeninginstrumente werden je nach Einrichtung genutzt.
| Merkmal | Bedeutung |
|---|---|
| 1. Akuter Beginn und schwankender Verlauf | Veränderung gegenüber dem Ausgangszustand |
| 2. Aufmerksamkeitsstörung | z. B. leicht ablenkbar, verliert den Faden |
| 3. Denkstörung | unzusammenhängend, unlogisch |
| 4. Veränderte Bewusstseinslage | übererregt bis schläfrig |
Anwendung
- Bei Risikopersonen regelmäßig, z. B. einmal pro Schicht nach Einrichtungsstandard.
- Ausgangszustand von Angehörigen erfragen.
- Auch das ruhige, hypoaktive Delir beachten.
Grenzen
- Screening ersetzt keine ärztliche Diagnose.
- Bei schwerer Demenz erschwert.
Pflegerische Konsequenzen
- Positives Screening sofort ärztlich melden.
- Mögliche Auslöser beobachten (Schmerz, Harnverhalt, Obstipation, Infekt, Flüssigkeitsmangel, Medikamente).
- Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Orientierung, Sinneshilfen, Schlaf, Angehörige.
- Sicherheit gewährleisten, freiheitsentziehende Maßnahmen vermeiden.
Zusammenfassung
Akut + Aufmerksamkeit gestört + (Denken oder Bewusstsein verändert) = Delirverdacht.
Quellen
- LernhilfeLernhilfe der Tinos Pflege Lern App