Braden-Skala zur Dekubitusrisikoeinschätzung
Sechs Kategorien, Punktwert von 6 bis 23 – wie die Braden-Skala angewendet wird und warum sie die fachliche Einschätzung nicht ersetzt.
Zweck
Definition
Die Braden-Skala ist ein standardisiertes Instrument, das Risikofaktoren für die Entstehung eines Dekubitus systematisch erfasst.
Aufbau
Die Summe liegt zwischen 6 und 23 Punkten. Niedrige Werte bedeuten ein höheres Risiko.
| Kategorie | Punkte |
|---|---|
| Sensorische Wahrnehmung | 1–4 |
| Feuchtigkeit | 1–4 |
| Aktivität | 1–4 |
| Mobilität | 1–4 |
| Ernährung | 1–4 |
| Reibung und Scherkräfte | 1–3 |
Anwendung
- Bei Aufnahme und bei Zustandsveränderungen einschätzen.
- Jede Kategorie anhand der Beschreibungen der verwendeten Version bewerten.
- Ergebnis mit Hautinspektion und klinischer Einschätzung kombinieren.
Interpretation
Welche Punktzahl als Risiko gilt, hängt von der verwendeten Version und dem Einrichtungsstandard ab. Der DNQP-Expertenstandard Dekubitusprophylaxe empfiehlt, die Risikoeinschätzung vor allem als strukturierte fachliche Einschätzung durchzuführen; Skalen können dabei unterstützen.
Grenzen
- Erfasst nicht alle Risikofaktoren (z. B. Durchblutungsstörungen, Medikamente).
- Ein „guter“ Punktwert schließt ein Risiko nicht aus.
- Die Einschätzung ist nur so gut wie die Beobachtung.
Pflegerische Konsequenzen
- Individuellen Bewegungsplan erstellen.
- Hilfsmittel zur Druckverteilung nach Risiko einsetzen.
- Haut regelmäßig inspizieren, Fingertest.
- Ernährung und Hautfeuchtigkeit gezielt beeinflussen.
Zusammenfassung
Die Braden-Skala strukturiert die Einschätzung; die Entscheidung über Maßnahmen trifft die Pflegefachperson auf Grundlage der Gesamtsituation.
Wissenstest (1)
Aufgabe 1 · Mehrfachauswahl · Braden-Skala
Welche Faktoren erfasst die Braden-Skala?
Quellen
- ExpertenstandardDNQP – Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege
- LernhilfeLernhilfe der Tinos Pflege Lern App