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Pflegeplanung bei Multimorbidität mit eingeschränkter Selbstständigkeit

Herzinsuffizienz, Diabetes Typ 2, Arthrose beider Kniegelenke, Makuladegeneration; ambulante Pflege

Fachlich geprüft und freigegeben ·

Ausgangssituation

Frau A., 87 Jahre, lebt allein in einer Wohnung im 1. Stock. Sie sieht schlecht, hat Knieschmerzen und nimmt 11 Medikamente. Letzte Woche hat sie ihre Tabletten doppelt eingenommen, weil sie die Schachteln verwechselte. Sie möchte unbedingt in ihrer Wohnung bleiben.

Relevante Patientendaten

  • Visus stark eingeschränkt
  • Knieschmerz NRS 5 beim Treppensteigen
  • 11 Medikamente, Packungen ähnlich
  • Gewicht stabil, leichte Knöchelödeme
  • Pflegegrad 2

Relevante medizinische Informationen

  • Herzinsuffizienz, Diabetes Typ 2, Gonarthrose, Makuladegeneration
  • Hausarzt hat Medikationsplan erstellt
  • Physiotherapie verordnet

Pflegeanamnese

  • Sehr selbstbestimmt, lehnt Heim ab
  • Nachbarin kauft ein
  • Hört gern Radio
  • Hat Angst, die Treppe hinunterzufallen

Pflegeprobleme, Ziele und Maßnahmen

Problem 1 · ABEDL: Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können

Frau A. kann ihre Medikamente wegen Sehbeeinträchtigung und vieler ähnlicher Packungen nicht sicher einnehmen; es kam zu einer Doppeleinnahme.

Ressourcen
Kooperativ, kennt ihren Tagesablauf; Hausarzt erreichbar.
Pflegeziel
Frau A. nimmt ab sofort ihre Medikamente korrekt ein; in 4 Wochen keine Fehleinnahme.
Maßnahmen
  • Medikamente nach ärztlicher Verordnung wöchentlich im Dosett stellen (Leistung der ambulanten Pflege)
  • Dosett mit großer, kontrastreicher Beschriftung
  • Einnahme bei Besuchen kontrollieren
  • Hausarzt um Überprüfung der Medikation (Polypharmazie) bitten
Evaluation

Kriterium: Fehleinnahmen

Ergebnis: Keine.

Entscheidung: Ziel erreicht.

Problem 2 · ABEDL: Sich bewegen können

Frau A. kann wegen Knieschmerzen und Sehbeeinträchtigung die Treppe nicht sicher benutzen; Sturzangst.

Ressourcen
Geht in der Wohnung mit Rollator; Physiotherapie verordnet.
Pflegeziel
Frau A. bewegt sich in 4 Wochen sicher in der Wohnung und benutzt die Treppe mit Begleitung ohne Sturz.
Maßnahmen
  • Wohnung auf Stolperfallen prüfen, gute Beleuchtung
  • Hausnotruf organisieren
  • Physiotherapie unterstützen
  • Schmerz bei Besuchen erfassen
Evaluation

Kriterium: Stürze, Selbstauskunft

Ergebnis: Kein Sturz.

Entscheidung: Ziel erreicht.

Problem 3 · ABEDL: Soziale Bereiche des Lebens sichern und gestalten können

Die Versorgung von Frau A. ist durch die zunehmenden Einschränkungen gefährdet; sie möchte zu Hause bleiben.

Ressourcen
Hilfsbereite Nachbarin; klare Wünsche; Pflegegrad.
Pflegeziel
In 4 Wochen ist ein tragfähiges Hilfenetz (Pflege, Nachbarin, Hausnotruf, Einkauf) vereinbart.
Maßnahmen
  • Pflegeberatung anbieten (z. B. Pflegestützpunkt)
  • Ggf. Höherstufung des Pflegegrades prüfen lassen
  • Hilfen schriftlich festhalten
Evaluation

Kriterium: Vereinbarte Hilfen

Ergebnis: Hilfenetz steht.

Entscheidung: Ziel erreicht.

Beobachtung und Dokumentation

  • Gestellte und eingenommene Medikamente
  • Stürze und Beinahestürze
  • Gewicht und Ödeme (Herzinsuffizienz)
  • Absprachen im Hilfenetz

Verlauf

Woche 3: Medikamente werden von der Pflege wöchentlich gestellt (Dosett mit großer Beschriftung); keine Fehleinnahme. Hausnotruf installiert. Frau A. geht mit Rollator in der Wohnung, die Treppe nur mit Begleitung. Schmerz NRS 3 nach Physiotherapie.

Übung: Zielerreichung beurteilen

Ziel: In 4 Wochen keine Fehleinnahme. Verlauf: Keine Fehleinnahme; einmal hat sie eine Abendtablette vergessen.

Wie beurteilst du die Zielerreichung?

Anpassung der Pflegeplanung

  • Erinnerungshilfe ergänzen
  • Medikationsplan vereinfachen lassen
  • Halbjährliche Überprüfung des Hilfenetzes