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Pflegeplanung bei Harninkontinenz

Dranginkontinenz, Zustand nach Harnwegsinfekt; Pflegeheim

Fachlich geprüft und freigegeben ·

Ausgangssituation

Frau C., 83 Jahre, geht mit Rollator. Sie verliert mehrmals täglich Urin auf dem Weg zur Toilette, weil der Harndrang plötzlich kommt. Sie trinkt deshalb absichtlich wenig und trägt aus Scham zu große Einlagen.

Relevante Patientendaten

  • Trinkmenge ca. 900 ml/Tag
  • Miktionsprotokoll: 10–12 Toilettengänge/Tag, davon 4–5 mit Urinverlust
  • Weg zur Toilette 8 m
  • Haut im Intimbereich gerötet
  • Kognitiv orientiert

Relevante medizinische Informationen

  • Harnwegsinfekt vor 2 Wochen behandelt
  • Urologische Abklärung angeordnet
  • Diuretikum morgens

Pflegeanamnese

  • Schämt sich, verlässt kaum das Zimmer
  • Möchte zur Gymnastikgruppe
  • Trinkt gern Früchtetee
  • Hat früher abends viel getrunken

Pflegeprobleme, Ziele und Maßnahmen

Problem 1 · ABEDL: Ausscheiden können

Frau C. verliert 4–5× täglich Urin, weil der Harndrang plötzlich auftritt und sie die Toilette mit Rollator nicht rechtzeitig erreicht.

Ressourcen
Orientiert, kann Drang spüren, führt Protokoll mit.
Pflegeziel
Frau C. hat in 3 Wochen höchstens 2 Episoden von Urinverlust pro Tag.
Maßnahmen
  • Miktionsprotokoll fortführen
  • Toilettentraining mit festen Zeiten nach Protokoll
  • Toilettenstuhl nachts am Bett, Weg frei, Licht
  • Leicht zu öffnende Kleidung
  • Ergebnisse der urologischen Abklärung in Planung übernehmen
Evaluation

Kriterium: Episoden/Tag laut Protokoll

Ergebnis: 1–2/Tag.

Entscheidung: Ziel erreicht.

Problem 2 · ABEDL: Essen und trinken können

Frau C. trinkt aus Angst vor Urinverlust nur ca. 900 ml/Tag; Infekt- und Dehydratationsrisiko.

Ressourcen
Mag Früchtetee; versteht Zusammenhänge.
Pflegeziel
Frau C. trinkt ab Woche 2 täglich mindestens 1300 ml, verteilt über den Tag.
Maßnahmen
  • Erklären, dass zu wenig Trinken die Blase reizt
  • Trinkplan: Hauptmenge bis 18 Uhr
  • Früchtetee anbieten
  • Trinkprotokoll
Evaluation

Kriterium: Trinkmenge

Ergebnis: 1300 ml.

Entscheidung: Ziel erreicht.

Problem 3 · ABEDL: Soziale Bereiche des Lebens sichern und gestalten können

Frau C. zieht sich aus Scham zurück und verlässt kaum das Zimmer.

Ressourcen
Wunsch, an Gymnastik teilzunehmen.
Pflegeziel
Frau C. nimmt in 4 Wochen an mindestens 2 Gruppenangeboten teil.
Maßnahmen
  • Passendes, diskretes Inkontinenzmaterial gemeinsam auswählen
  • Toilettengang vor Gruppenangebot einplanen
  • Gruppenleitung über Pausen informieren (mit Einverständnis)
Evaluation

Kriterium: Teilnahme

Ergebnis: 1 Teilnahme nach 3 Wochen.

Entscheidung: Noch offen bis Woche 4.

Beobachtung und Dokumentation

  • Miktionsprotokoll
  • Trinkmenge
  • Hautzustand, Material
  • Teilnahme an Angeboten

Verlauf

Woche 3: Trinkmenge 1300 ml, Toilettengänge 8/Tag, Urinverlust 1–2×/Tag. Toilettenstuhl nachts. Haut intakt. Hat einmal an der Gymnastikgruppe teilgenommen.

Übung: Zielerreichung beurteilen

Ziel: Höchstens 2 Episoden Urinverlust pro Tag in 3 Wochen. Verlauf: 1–2/Tag; an einem Tag nach einem Ausflug 4 Episoden.

Wie beurteilst du die Zielerreichung?

Anpassung der Pflegeplanung

  • Toilettentraining bei Ausflügen
  • Weiter Ziele zur sozialen Teilhabe
  • Ergebnis der Urologie einarbeiten