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Pflegeplanung bei Herzinsuffizienz

Chronische Herzinsuffizienz NYHA III, dekompensiert

Fachlich geprüft und freigegeben ·

Ausgangssituation

Herr K., 78 Jahre, wird mit zunehmender Atemnot und Beinödemen aufgenommen. Er hat in einer Woche 4 kg zugenommen, schläft seit drei Nächten fast sitzend und ist deutlich verunsichert. Er lebt allein, seine Tochter besucht ihn täglich.

Relevante Patientendaten

  • RR 158/92 mmHg, Puls 96/min unregelmäßig, AF 24/min, SpO2 91 %
  • Beidseitige Unterschenkelödeme, gestaute Halsvenen
  • Gewicht 86 kg (vor einer Woche 82 kg)
  • Medikamente: ACE-Hemmer, Betablocker, Schleifendiuretikum (neu hochdosiert)
  • Verwirrt nachts zeitweise, tagsüber orientiert

Pflegeprobleme, Ziele und Maßnahmen

Problem 1 · ABEDL: Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten können

Herr K. ist bei geringer Belastung kurzatmig (AF 24/min, SpO2 91 %), weil sich infolge der Herzschwäche Flüssigkeit in Lunge und Beinen staut.

Ressourcen
Orientiert, kooperativ, versteht Erklärungen; Tochter als Unterstützung; kann sich selbst wiegen.
Pflegeziel
Herr K. hat bis Tag 5 in Ruhe eine Atemfrequenz unter 20/min und eine SpO2 von mindestens 94 %.
Maßnahmen
  • Herzbettlage anbieten und Herrn K. darin anleiten, die Position selbst zu finden
  • Täglich morgens nüchtern wiegen, gleiche Bedingungen, dokumentieren
  • Flüssigkeitsbilanz führen; Trinkmenge nach ärztlicher Anordnung (1,5 l/Tag) mit Herrn K. auf den Tag verteilen
  • Vitalzeichen und SpO2 3× täglich messen; Puls eine volle Minute auszählen
  • Bei Gewichtszunahme > 1 kg/Nacht oder zunehmender Atemnot ärztlichen Dienst informieren
Evaluation

Kriterium: AF, SpO2, Gewicht und Ödeme täglich im Verlauf beurteilen

Ergebnis: Tag 5: AF 18/min, SpO2 95 %, Gewicht 83,5 kg – Ziel erreicht.

Entscheidung: Ziel als erreicht abschließen; Wiegen und Bilanz als Dauermaßnahme beibehalten und in die Entlassplanung überführen.

Problem 2 · ABEDL: Sich bewegen können

Herr K. kann wegen der Atemnot nur wenige Meter gehen und verliert zunehmend Kraft und Sicherheit im Gehen.

Ressourcen
Motiviert, benutzt den Rollator sicher, Muskulatur grundsätzlich erhalten.
Pflegeziel
Herr K. geht bis Tag 7 zweimal täglich 30 m mit Rollator und einer Pause, ohne dass die SpO2 unter 90 % fällt.
Maßnahmen
  • 2× täglich begleitete Gehübungen mit Rollator, Strecke langsam steigern
  • SpO2 und Puls vor und nach der Belastung messen
  • Pausen aktiv einplanen, Belastbarkeit gemeinsam besprechen
  • Bei Schwindel oder starker Atemnot Übung abbrechen und dokumentieren
Evaluation

Kriterium: Gehstrecke, Pausenbedarf und SpO2 unter Belastung täglich dokumentieren

Ergebnis: Tag 7: 30 m mit einer Pause, SpO2 min. 92 % – Ziel erreicht.

Entscheidung: Nächstes Ziel: 50 m; Übungsplan für zu Hause mit Tochter besprechen.

Problem 3 · ABEDL: Mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen können

Herr K. ist verunsichert und ängstlich, weil er die Erkrankung und ihre Warnzeichen nicht einschätzen kann.

Ressourcen
Fragt aktiv nach, gutes Verhältnis zur Tochter, lesetauglich.
Pflegeziel
Herr K. benennt bis zur Entlassung die drei wichtigsten Warnzeichen (Gewichtszunahme, zunehmende Atemnot, neue Ödeme) und weiß, wann er ärztliche Hilfe holt.
Maßnahmen
  • Schulungsgespräch zu Erkrankung, Medikamenten und Selbstkontrolle in kurzen Einheiten
  • Schrifliches Wiege- und Symptomtagebuch gemeinsam beginnen
  • Tochter in die Schulung einbeziehen
  • Verständnis durch Rückfragen in eigener Wortwahl prüfen
Evaluation

Kriterium: Herr K. erklärt Warnzeichen und Vorgehen in eigenen Worten

Ergebnis: Am Entlasstag benennt Herr K. alle Warnzeichen und zeigt sein Tagebuch – Ziel erreicht.

Entscheidung: Abschluss; Anschluss an Herzschwäche-Ambulanz und häusliche Pflegeberatung vermitteln.

Verlauf

Tag 3 nach Aufnahme: Gewicht 84,2 kg, AF 20/min, SpO2 94 %, Ödeme rückläufig. Herr K. geht mit Begleitung 20 m, danach kurzatmig. Er wiegt sich morgens selbst und notiert das Gewicht, braucht aber noch Erinnerung an die Trinkmengenbegrenzung.

Übung: Zielerreichung beurteilen

Ziel: Herr K. kontrolliert sein Gewicht täglich selbst und hält die angeordnete Trinkmenge ein. Verlauf Tag 3: Er wiegt sich morgens selbst und notiert das Gewicht, braucht aber noch Erinnerung an die Trinkmengenbegrenzung.

Wie beurteilst du die Zielerreichung?