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Pflegeplanung bei Delirrisiko

Geplante Knie-TEP bei vorbestehender leichter kognitiver Einschränkung; Klinik

Fachlich geprüft und freigegeben ·

Ausgangssituation

Herr U., 86 Jahre, wird für eine Knieprothese aufgenommen. Er ist leicht vergesslich, schwerhörig und trägt eine Brille. Seine Frau berichtet, er sei bei einem früheren Krankenhausaufenthalt nachts „völlig durcheinander“ gewesen.

Relevante Patientendaten

  • Orientiert, aber vergesslich
  • Hörgerät links, Brille
  • Trinkt ca. 1 l/Tag
  • Schläft schlecht in fremder Umgebung
  • Nimmt 8 Medikamente

Relevante medizinische Informationen

  • Alter, Vorschädigung, OP und Polypharmazie als Delir-Risikofaktoren
  • Delir-Screening nach Einrichtungsstandard
  • Medikationsprüfung durch Arzt/Apotheke angefragt

Pflegeanamnese

  • Liest jeden Morgen Zeitung
  • Ehefrau möchte viel da sein
  • Geht abends gegen 22 Uhr schlafen
  • Hat Angst vor Narkose

Pflegeprobleme, Ziele und Maßnahmen

Problem 1 · ABEDL: Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können

Bei Herrn U. besteht ein hohes Delirrisiko durch Alter, kognitive Einschränkung, Sinnesbeeinträchtigung, OP und Polypharmazie.

Ressourcen
Ehefrau als Orientierungshilfe; Brille und Hörgerät; Tagesgewohnheiten bekannt.
Pflegeziel
Herr U. bleibt während des Aufenthalts orientiert; ein Delir wird gegebenenfalls frühzeitig erkannt.
Maßnahmen
  • Delir-Screening mindestens 1× pro Schicht nach Einrichtungsstandard
  • Hörgerät und Brille sofort nach Aufwachen wieder einsetzen
  • Uhr, Kalender, Zeitung; Tagesstruktur nach Gewohnheit
  • Ehefrau aktiv einbinden, flexible Besuchszeiten
  • Veränderung von Aufmerksamkeit/Bewusstsein sofort ärztlich melden
Evaluation

Kriterium: Screening, Beobachtung

Ergebnis: Kurze nächtliche Unruhe, Screening unauffällig.

Entscheidung: Ziel bisher erreicht; fortführen.

Problem 2 · ABEDL: Ruhen und schlafen können

Herr U. schläft in fremder Umgebung schlecht, was das Delirrisiko erhöht.

Ressourcen
Feste Schlafgewohnheiten.
Pflegeziel
Herr U. schläft nachts mindestens 5 Stunden am Stück.
Maßnahmen
  • Nächtliche Maßnahmen bündeln, Licht dimmen
  • Abendritual (Lesen) ermöglichen
  • Tagsüber aktivieren, Mittagsschlaf kurz halten
  • Keine Schlafmittel ohne ärztliche Prüfung (delirfördernd)
Evaluation

Kriterium: Schlafprotokoll

Ergebnis: Nacht 1: 3 h, Nacht 2: 5 h.

Entscheidung: Ziel in Nacht 2 erreicht; fortführen.

Problem 3 · ABEDL: Essen und trinken können

Herr U. trinkt wenig (ca. 1 l/Tag); Flüssigkeitsmangel begünstigt ein Delir.

Ressourcen
Trinkt, wenn ihm etwas angeboten wird.
Pflegeziel
Herr U. trinkt ab Tag 1 nach OP täglich mindestens 1,5 l (sofern ärztlich nicht anders angeordnet).
Maßnahmen
  • Getränke regelmäßig anbieten
  • Trinkprotokoll
  • Ehefrau einbinden
Evaluation

Kriterium: Trinkmenge

Ergebnis: 1,4 l.

Entscheidung: Teilweise erreicht; Angebot erhöhen.

Beobachtung und Dokumentation

  • Screeningergebnisse mit Uhrzeit
  • Verhalten, Orientierung, Schlaf
  • Trinkmenge, Ausscheidung, Schmerz

Verlauf

Tag 2 nach OP: Herr U. war in der ersten Nacht kurz unruhig, morgens orientiert. Screening unauffällig an Tag 1 und 2. Hörgerät und Brille getragen, Frau täglich 4 Stunden da. Trinkmenge 1,4 l. Mobilisation an der Bettkante und mit Rollator ins Bad.

Übung: Zielerreichung beurteilen

Ziel: Herr U. trinkt täglich mindestens 1,5 l. Verlauf Tag 2: 1,4 l, Urin hell, keine Verwirrtheit.

Wie beurteilst du die Zielerreichung?

Anpassung der Pflegeplanung

  • Trinkplan ergänzen
  • Delirprävention bis zur Entlassung fortführen
  • Überleitung mit Hinweis auf Delirrisiko