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Pflegeplanung bei Dekubitusrisiko

Zustand nach Pneumonie, Immobilität; Pflegeheim

Fachlich geprüft und freigegeben ·

Ausgangssituation

Herr Q., 91 Jahre, ist nach einer Pneumonie stark geschwächt. Er liegt meist auf dem Rücken, dreht sich kaum selbst und isst nur die Hälfte seiner Mahlzeiten. Er ist harninkontinent und schwitzt nachts.

Relevante Patientendaten

  • Haut intakt, Kreuzbein leicht gerötet, wegdrückbar
  • Isst ca. 50 % der Mahlzeiten
  • Gewichtsverlust 2 kg in 4 Wochen
  • Harninkontinenz
  • Kann Beine anwinkeln und mit Anleitung das Becken anheben

Relevante medizinische Informationen

  • Pneumonie antibiotisch behandelt
  • Herzinsuffizienz
  • Keine Kontraindikation gegen Mobilisation

Pflegeanamnese

  • Schlief früher auf der rechten Seite
  • Mag Vanillepudding
  • Hört schlecht auf dem linken Ohr
  • Möchte gern im Sessel am Fenster sitzen

Pflegeprobleme, Ziele und Maßnahmen

Problem 1 · ABEDL: Sich bewegen können

Herr Q. hat ein erhöhtes Dekubitusrisiko, weil er sich nach der Pneumonie kaum selbst bewegt und überwiegend auf dem Rücken liegt.

Ressourcen
Kann Beine anwinkeln und Becken anheben; liegt gern rechts; möchte im Sessel sitzen.
Pflegeziel
Herr Q. hat in den nächsten 4 Wochen eine intakte Haut ohne nicht wegdrückbare Rötung.
Maßnahmen
  • Individuellen Bewegungsplan nach Hautbefund erstellen und anpassen; Mikro- und 30°-Positionen
  • Eigenbewegung fördern (Becken anheben, rechts drehen) mit Anleitung
  • 2× täglich in den Sessel mobilisieren, Sitzdauer an Hautbefund anpassen
  • Haut bei jedem Positionswechsel inspizieren, Fingertest
  • Hilfsmittel nach Risiko (z. B. druckverteilende Matratze) einsetzen
Evaluation

Kriterium: Hautbefund

Ergebnis: Haut intakt, Rötung verschwunden.

Entscheidung: Ziel erreicht; Bewegungsplan beibehalten.

Problem 2 · ABEDL: Essen und trinken können

Herr Q. isst nur die Hälfte der Mahlzeiten und hat 2 kg abgenommen; das erhöht Dekubitus- und Infektionsrisiko.

Ressourcen
Mag Süßes (Vanillepudding); kann selbst essen.
Pflegeziel
Herr Q. isst bis Woche 2 mindestens 75 % der Mahlzeiten; das Gewicht bleibt stabil.
Maßnahmen
  • Ess- und Trinkprotokoll
  • Wunschkost, kleine Portionen, Zwischenmahlzeiten
  • Aufrecht im Sessel essen
  • Wöchentlich wiegen; Ernährungsberatung einbinden
Evaluation

Kriterium: Protokoll, Gewicht

Ergebnis: 75 %, Gewicht stabil.

Entscheidung: Ziel erreicht.

Problem 3 · ABEDL: Ausscheiden können

Durch Harninkontinenz und nächtliches Schwitzen ist die Haut dauerhaft feucht und anfälliger für Schäden.

Ressourcen
Meldet sich manchmal, wenn er nass ist.
Pflegeziel
Die Haut im Gesäßbereich ist dauerhaft intakt, ohne inkontinenzassoziierte Dermatitis.
Maßnahmen
  • Inkontinenzmaterial passend und atmungsaktiv
  • Haut nach Ausscheidung mit pH-neutralem Produkt reinigen, Hautschutz
  • Toilettengang/Urinflasche zu festen Zeiten anbieten
  • Bettwäsche bei Schweiß wechseln
Evaluation

Kriterium: Hautbefund

Ergebnis: Haut intakt.

Entscheidung: Ziel erreicht.

Beobachtung und Dokumentation

  • Hautinspektion mit Befund
  • Bewegungsplan und durchgeführte Positionswechsel
  • Ess- und Trinkprotokoll, Gewicht

Verlauf

Woche 2: Haut intakt, Rötung am Kreuzbein nicht mehr vorhanden. Herr Q. sitzt täglich 2× 30 Minuten im Sessel. Er dreht sich mit Anleitung auf die rechte Seite. Isst 75 % der Mahlzeiten, Gewicht stabil.

Übung: Zielerreichung beurteilen

Ziel: Herr Q. hat in 4 Wochen intakte Haut ohne nicht wegdrückbare Rötung. Verlauf Woche 2: Haut intakt, Rötung verschwunden; Bewegungsplan wird eingehalten.

Wie beurteilst du die Zielerreichung?

Anpassung der Pflegeplanung

  • Bewegungsplan an zunehmende Eigenbewegung anpassen
  • Risikoeinschätzung regelmäßig und bei Veränderungen wiederholen
  • Hilfsmittelbedarf prüfen