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Pflegeplanung nach Apoplex

Ischämischer Schlaganfall links, rechtsseitige Hemiparese, Aphasie, Dysphagie

Fachlich geprüft und freigegeben ·

Ausgangssituation

Herr B., 71 Jahre, erlitt vor zwei Tagen einen Schlaganfall der linken Hirnhälfte. Er ist rechtsseitig gelähmt, versteht Sprache gut, kann aber kaum Worte bilden (Aphasie) und schluckt unsicher. Er ist frustriert, wendet sich im Bett ab und verweigert zeitweise die Pflege.

Relevante Patientendaten

  • Rechtsseitige Hemiparese, Arm schwerer betroffen als Bein
  • Aphasie: Sprachverständnis weitgehend erhalten, Wortfindung stark gestört
  • Schluckscreening auffällig – Schlucktraining durch Logopädie läuft, angedickte Flüssigkeit
  • Sturz- und Aspirationsrisiko, Thromboseprophylaxe nach Anordnung
  • Verheiratet, Ehefrau täglich zu Besuch

Pflegeprobleme, Ziele und Maßnahmen

Problem 1 · ABEDL: Essen und trinken können

Herr B. kann wegen der Schluckstörung nicht sicher essen und trinken – akute Aspirationsgefahr mit Risiko einer Lungenentzündung.

Ressourcen
Schluckvermögen teilweise erhalten, aufmerksam, Ehefrau unterstützt beim Essenstraining.
Pflegeziel
Herr B. nimmt bis Tag 7 jede Mahlzeit in aufrechter Position ohne Husten oder nasse Stimme zu sich (angedickte Kost nach logopädischer Empfehlung).
Maßnahmen
  • Vor jeder oralen Gabe Schluckfähigkeit prüfen; Kostform nach logopädischer Anordnung
  • Aufrechte Sitzposition (90°) während und 30 Minuten nach den Mahlzeiten
  • Kleine Portionen, langsames Tempo, keine Ablenkung beim Schlucken
  • Mundpflege nach jeder Mahlzeit
  • Husten, nasse Stimme, Fieber und Atemfrequenz beobachten und dokumentieren
Evaluation

Kriterium: Essensprotokoll: Husten, Stimmqualität, Restmengen je Mahlzeit

Ergebnis: Tag 7: Mahlzeiten ohne Husten, Trinkmenge ausreichend – Ziel erreicht.

Entscheidung: Koststufe mit Logopädie neu vereinbaren; Angehörige für zu Hause anleiten.

Problem 2 · ABEDL: Kommunizieren können

Herr B. kann seine Bedürfnisse wegen der Aphasie kaum ausdrücken und reagiert zunehmend frustriert und abweisend.

Ressourcen
Sprachverständnis erhalten, kann zeigen und nicken, Ehefrau kennt seine Gestik.
Pflegeziel
Herr B. äußert bis Tag 6 seine Grundbedürfnisse (Toilette, Schmerz, Durst, Pause) zuverlässig über Kommunikationskarten oder Gestik.
Maßnahmen
  • Kommunikationskarten/Bildtafel einführen und in jeder Pflegesituation nutzen
  • Ja/Nein-Fragen stellen, Zeit für Antworten lassen, Sätze nicht zu Ende sprechen
  • Kurze, einfache Sätze; Blickkontakt und ruhiges Sprechen
  • Ehefrau in die Kommunikationsstrategie einbeziehen
  • Frust ernst nehmen, Erfolge der Verständigung benennen
Evaluation

Kriterium: Gelingende Verständigung in den Alltagssituationen beobachten

Ergebnis: Tag 6: Herr B. nutzt Karten aktiv und zeigt Bedürfnisse zuverlässig – Ziel erreicht.

Entscheidung: Strategie beibehalten und mit Logopädie weiterentwickeln.

Problem 3 · ABEDL: Sich bewegen können

Herr B. ist rechtsseitig gelähmt und kann sich nicht selbst lagern – Risiko für Kontrakturen, Dekubitus und Schulterschmerzen.

Ressourcen
Linke Seite kräftig, mit physiotherapeutischer Anleitung teilaktiv, Ehefrau lernt Lagerung.
Pflegeziel
Herr B. liegt bis Tag 5 in wechselnden, krankengymnastisch abgestimmten Positionen ohne Schmerzangabe und ohne Hautrötung; er hilft mit der linken Seite beim Positionswechsel aktiv mit.
Maßnahmen
  • Lagerung nach dem Bobath-Konzept: betroffene Seite einbeziehen, bettlägerige Positionen wechseln
  • Betroffene Schulter schmerzfrei lagern, nie am gelähmten Arm ziehen
  • Hautinspektion bei jedem Positionswechsel (besonders Kreuzbein, Ferse)
  • Transfers mit der unbetroffenen Seite anbahnen, Hilfsmittel nutzen
  • Thrombose- und Pneumonieprophylaxe mitdenken (Bewegungsübungen, aufrechte Lagerung)
Evaluation

Kriterium: Hautzustand, Schmerzangaben, aktive Mitarbeit bei Lagerungswechseln

Ergebnis: Tag 5: Haut intakt, keine Schmerzangabe, Herr B. greift mit links aktiv zu – Ziel erreicht.

Entscheidung: Lagerungsplan fortsetzen; nächstes Ziel: sicherer Sitz an der Bettkante.

Verlauf

Tag 5: Herr B. trinkt angedickte Flüssigkeit im Sitzen ohne Husten. Er zeigt mit dem linken Arm auf eine Bildkarte, um Wünsche zu äußern, und lächelt dabei erstmals. Die Lagerung nach Bobath nimmt er an, die Kommunikation gelingt zunehmend über Karten und Gestik.

Übung: Zielerreichung beurteilen

Ziel: Herr B. äußert bis Tag 6 seine Grundbedürfnisse zuverlässig über Kommunikationskarten oder Gestik. Verlauf Tag 5: Er zeigt mit dem linken Arm auf eine Bildkarte, um Wünsche zu äußern; die Kommunikation gelingt zunehmend.

Wie beurteilst du die Zielerreichung?