Parkinson-Syndrom
Bewegungsarmut, Steifigkeit und Zittern – warum pünktliche Medikamente und Bewegungsförderung entscheidend sind.
Definition
Definition
Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der dopaminbildende Nervenzellen in der Substantia nigra untergehen.
Was passiert im Körper?
Dopaminmangel stört die Steuerung von Bewegungen in den Basalganglien. Bewegungen werden langsam und klein, die Muskeln steif.
Leitsymptome
| Symptom | Bedeutung für die Pflege |
|---|---|
| Bradykinese/Akinese | verlangsamte Bewegungen, Startschwierigkeiten, Freezing |
| Rigor | Steifigkeit, Schmerzen |
| Ruhetremor | Zittern in Ruhe, Probleme beim Essen und Trinken |
| Posturale Instabilität | Sturzgefahr |
| Nichtmotorisch | Depression, Obstipation, Schlafstörungen, Schluckstörung, Kreislaufregulationsstörung |
Therapie (ärztlich)
Dopaminerge Medikamente (z. B. L-Dopa), weitere Wirkstoffgruppen, ggf. tiefe Hirnstimulation; Physio-, Ergo- und Logopädie. Nebenwirkungen: Wirkungsschwankungen, unwillkürliche Bewegungen, Halluzinationen, Blutdruckabfall.
Pflegeinterventionen
- Medikamente exakt zur verordneten Uhrzeit geben – auch im Krankenhaus.
- L-Dopa zeitlich getrennt von eiweißreichen Mahlzeiten (nach ärztlicher/pharmazeutischer Vorgabe).
- Hilfen bei Freezing: rhythmische Hinweise, Zählen, Linien am Boden.
- Sturzprophylaxe, Schluckbeobachtung, Obstipationsprophylaxe.
- Zeit lassen, nicht drängen; Selbstständigkeit fördern.
Gefahr
Ein plötzliches Absetzen oder Auslassen der Medikamente kann eine lebensbedrohliche akinetische Krise auslösen – Medikamentenpausen (z. B. vor OP) immer ärztlich klären.
Zusammenfassung
Pünktlichkeit der Medikamente, Bewegung fördern, Stürze und Schluckprobleme vorbeugen.
Quellen
- LeitlinieAWMF-Leitlinienregister (aktuelle Fassung jeweils prüfen)
- LernhilfeLernhilfe der Tinos Pflege Lern App