Chronische Niereninsuffizienz
Wenn die Nieren schleichend versagen – Flüssigkeit, Ernährung, Medikamente und Dialyse aus pflegerischer Sicht.
Fachlich geprüft und freigegeben · Stand: 27.10.2026
Definition
Definition
Die chronische Niereninsuffizienz ist eine über mindestens drei Monate bestehende, meist fortschreitende Einschränkung der Nierenfunktion.
Was passiert im Körper?
Die Nieren scheiden harnpflichtige Substanzen, Wasser und Elektrolyte schlechter aus, regulieren den Blutdruck und bilden weniger Erythropoetin. Folgen: Überwässerung, Kaliumanstieg, Blutarmut, Knochenstoffwechselstörungen, im Endstadium Urämie.
Ursachen
- Diabetes mellitus
- Bluthochdruck
- Entzündliche Nierenerkrankungen
- Zystennieren
- Nierenschädigende Medikamente
Symptome
- Lange symptomarm
- Ödeme, Gewichtszunahme, Atemnot
- Müdigkeit, Blässe (Anämie)
- Juckreiz, Übelkeit, Appetitlosigkeit
- Weniger Urin (im Spätstadium)
Therapie (ärztlich)
Behandlung der Grunderkrankung, Blutdruckeinstellung, Anpassung von Medikamentendosen an die Nierenfunktion, im Endstadium Dialyse oder Transplantation.
Pflegerische Aufgaben
- Tägliches Gewicht, Flüssigkeitsbilanz nach Anordnung.
- Trinkmengen- und Diätvorgaben unterstützen (z. B. kaliumarm nach ärztlicher Verordnung).
- Shuntarm schonen: kein Blutdruckmessen, keine Blutentnahme, keine Infusion, nichts Einschnürendes; Shunt täglich auf Schwirren prüfen.
- Hautpflege bei Juckreiz.
- Auf Zeichen der Überwässerung und Kaliumerhöhung (Muskelschwäche, Rhythmusstörungen) achten.
Zusammenfassung
Gewicht, Bilanz, Shuntschutz, Medikamentenanpassung – und viel Beratung im Alltag.
Quellen
- LeitlinieAWMF-Leitlinienregister (aktuelle Fassung jeweils prüfen)
- LernhilfeLernhilfe der Tinos Pflege Lern App