Arterielle Hypertonie
Bluthochdruck tut nicht weh, schädigt aber Herz, Gehirn, Nieren und Gefäße – korrekt messen, beobachten, beraten.
Definition
Definition
Arterielle Hypertonie bezeichnet einen dauerhaft erhöhten Blutdruck. In der Praxismessung gilt in Leitlinien meist ein Wert ab 140/90 mmHg als Hypertonie; Zielwerte legt der Arzt individuell fest.
Was passiert im Körper?
Der dauerhaft erhöhte Druck belastet die Gefäßwände und das Herz. Gefäße verhärten, das Herz verdickt sich. Langfristig drohen Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Nierenschäden und Netzhautschäden.
Ursachen
- Primäre (essenzielle) Hypertonie: häufigste Form, multifaktoriell (Erbanlage, Übergewicht, Salz, Bewegungsmangel, Alkohol, Stress).
- Sekundäre Hypertonie: Folge anderer Erkrankungen, z. B. Nieren- oder Hormonerkrankungen.
Symptome und Gefahren
Oft keine Beschwerden; manchmal Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten. Ein stark erhöhter Blutdruck mit Symptomen wie Brustschmerz, Atemnot, neurologischen Ausfällen oder Sehstörungen ist ein Notfall.
Blutdruck korrekt messen
- Nach einigen Minuten Ruhe im Sitzen, Arm auf Herzhöhe.
- Passende Manschettengröße.
- Bei Erstmessung beide Arme.
- Nicht sprechen während der Messung.
- Gleiche Bedingungen im Verlauf.
Therapie (ärztlich)
Lebensstiländerung und Medikamente (z. B. ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumantagonisten, Diuretika, Betablocker). Typische Nebenwirkungen: Schwindel durch Blutdruckabfall, Reizhusten (ACE-Hemmer), Knöchelödeme (Kalziumantagonisten), Elektrolytveränderungen (Diuretika).
Pflegerische Aufgaben
- Blutdruck nach Plan messen und dokumentieren.
- Auf orthostatische Beschwerden achten, langsam aufstehen lassen (Sturzgefahr).
- Medikamenteneinnahme unterstützen.
- Beraten: Salz reduzieren, Bewegung, Gewicht, Rauchstopp, Selbstmessung.
Zusammenfassung
Leise, aber gefährlich. Korrekt messen, Nebenwirkungen beobachten, Lebensstil beraten.
Quellen
- LeitlinieAWMF-Leitlinienregister (aktuelle Fassung jeweils prüfen)
- LernhilfeLernhilfe der Tinos Pflege Lern App