Epilepsie
Krampfanfälle sicher begleiten, beobachten und dokumentieren – und wann es ein Notfall ist.
Fachlich geprüft und freigegeben · Stand: 27.10.2026
Definition
Definition
Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns mit einer dauerhaften Neigung zu epileptischen Anfällen, die durch plötzliche, übermäßige Entladungen von Nervenzellen entstehen.
Anfallsformen
- Fokale Anfälle: beginnen in einer Hirnregion, mit oder ohne Bewusstseinsstörung (z. B. Zuckungen eines Arms, Nesteln).
- Generalisierte Anfälle: beide Hirnhälften, z. B. tonisch-klonischer Anfall mit Bewusstlosigkeit, Versteifung und Zuckungen.
- Absencen: kurze Bewusstseinspausen.
Pflegerisches Handeln im Anfall
- Ruhe bewahren, Uhrzeit notieren, Hilfe holen.
- Verletzungen verhindern: Gegenstände entfernen, Kopf polstern.
- Nicht festhalten, nichts in den Mund schieben.
- Nach dem Anfall stabile Seitenlage, Atemwege frei, Vitalzeichen.
- Bei Anfall länger als etwa 5 Minuten oder Serien ohne Erholung: Notfall (Status epilepticus) – Notfallmedikation nur nach ärztlicher Anordnung.
Beobachtung und Dokumentation
| Was? | Warum? |
|---|---|
| Beginn, Dauer, Uhrzeit | Notfalleinschätzung, Diagnostik |
| Wie begann der Anfall, welche Körperteile? | Hinweis auf Anfallsursprung |
| Bewusstsein, Augen, Hautfarbe | Anfallsart, Atmung |
| Einnässen, Zungenbiss, Verletzungen | Verlaufsbeurteilung |
| Zustand danach (Müdigkeit, Verwirrtheit, Lähmung) | Nachphase |
Therapie (ärztlich) und Beratung
Antiepileptika nach Verordnung; regelmäßige Einnahme ist entscheidend. Beratung: Schlafmangel und Alkohol als Auslöser meiden, Sicherheit im Alltag (z. B. Duschen statt Baden), Fahreignung ist ärztlich zu klären.
Zusammenfassung
Schützen, beobachten, Zeit messen, dokumentieren – nicht festhalten.
Lernkarten (2)
Was ist im epileptischen Anfall verboten?
Wann ist ein Anfall ein Notfall?
Quellen
- LeitlinieAWMF-Leitlinienregister (aktuelle Fassung jeweils prüfen)
- LernhilfeLernhilfe der Tinos Pflege Lern App