Dekubitusprophylaxe
Druckgeschwüre durch Risikoeinschätzung, Bewegungsförderung und Druckentlastung verhindern.
Definition
Ein Dekubitus ist eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, meist über Knochenvorsprüngen, infolge von Druck oder Druck in Verbindung mit Scherkräften.
Risikofaktoren
- eingeschränkte Mobilität und Aktivität
- verminderte Sensibilität
- Feuchtigkeit (Inkontinenz, Schweiß)
- Mangelernährung
- Durchblutungsstörungen
Risikoeinschätzung
Der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ des DNQP fordert eine systematische pflegefachliche Einschätzung. Skalen wie die Braden-Skala können unterstützen, ersetzen aber nicht die fachliche Beurteilung.
Kategorien (nach EPUAP/NPIAP)
- Kategorie 1: nicht wegdrückbare Rötung bei intakter Haut
- Kategorie 2: Teilverlust der Haut, Blase oder flache Wunde
- Kategorie 3: Verlust der Haut, Fettgewebe sichtbar
- Kategorie 4: vollständiger Gewebeverlust mit freiliegendem Knochen, Sehne oder Muskel
Maßnahmen
- Bewegung fördern und Eigenbewegung erhalten.
- Individueller Bewegungsplan mit Positionswechseln.
- Druckverteilende Hilfsmittel nach Einschätzung.
- Scherkräfte vermeiden (z. B. Gleitmatten beim Transfer).
- Hautinspektion, Hautpflege, Feuchtigkeit reduzieren.
- Ernährung erfassen und optimieren.
Fingertest
Eine Rötung wird mit dem Finger oder einem Glasspatel eingedrückt. Bleibt sie rot, handelt es sich um eine nicht wegdrückbare Rötung und damit um einen Dekubitus Kategorie 1.
Zusammenfassung
Einschätzen, bewegen, entlasten, Haut beobachten, dokumentieren und evaluieren.
Wissenstest (1)
Aufgabe 1 · Kurze Freitextantwort · Maßnahme begründen
Frau P., 90 Jahre, liegt nach einem Infekt überwiegend im Bett, bewegt sich kaum selbst und ist inkontinent. Am Kreuzbein zeigt sich eine Rötung, die beim Fingertest nicht verschwindet.
Was bedeutet der Befund und welche Maßnahmen begründest du?
Quellen
- ExpertenstandardDNQP – Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege