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Anatomie und Physiologie von Herz und Kreislauf

Aufbau des Herzens, Kreisläufe, Erregungsleitung und Blutdruckregulation als Grundlage für die Krankheitslehre.

Fachlich geprüft und freigegeben · Stand: 27.10.2026

Lernziele

  • Den Weg des Blutes durch Herz und Kreisläufe beschreiben.
  • Die vier Herzklappen und ihre Funktion benennen.
  • Das Erregungsleitungssystem erklären.
  • Herzzeitvolumen und Blutdruckregulation verstehen.

Aufbau des Herzens

Das Herz ist ein faustgroßer Hohlmuskel im Brustkorb zwischen den Lungen. Es besteht aus zwei Vorhöfen (Atrien) und zwei Kammern (Ventrikeln), getrennt durch die Herzscheidewand (Septum). Die rechte Herzhälfte versorgt den Lungenkreislauf, die linke den Körperkreislauf. Die linke Herzwand ist deutlich kräftiger, weil sie gegen den höheren Druck des Körperkreislaufs arbeitet.

Herzklappen

  • Segelklappen zwischen Vorhof und Kammer: rechts Trikuspidalklappe, links Mitralklappe.
  • Taschenklappen an den Abgängen: Pulmonalklappe (rechts) und Aortenklappe (links).
  • Klappen verhindern den Rückfluss des Blutes; sie öffnen und schließen passiv durch Druckunterschiede.

Der Weg des Blutes

Sauerstoffarmes Blut fließt über die Hohlvenen in den rechten Vorhof, über die Trikuspidalklappe in die rechte Kammer und über die Pulmonalklappe in die Lungenarterien. In der Lunge wird es mit Sauerstoff angereichert. Über die Lungenvenen gelangt es in den linken Vorhof, über die Mitralklappe in die linke Kammer und über die Aortenklappe in die Aorta und damit in den Körperkreislauf. Die Herzkranzgefäße (Koronararterien) versorgen den Herzmuskel selbst mit Blut.

Erregungsleitung

Der Sinusknoten im rechten Vorhof ist der natürliche Schrittmacher (etwa 60–100 Impulse pro Minute). Die Erregung läuft über die Vorhöfe zum AV-Knoten, der sie verzögert, damit sich die Vorhöfe zuerst entleeren können. Danach leiten das His-Bündel, die Tawara-Schenkel und die Purkinje-Fasern die Erregung in die Kammern. Fällt der Sinusknoten aus, können tiefere Zentren einspringen – mit niedrigerer Frequenz.

Herzzeitvolumen und Blutdruck

Das Herzzeitvolumen (HZV) ist das pro Minute geförderte Blutvolumen: Schlagvolumen × Herzfrequenz, in Ruhe etwa 5 Liter. Der Blutdruck hängt von HZV, Gefäßwiderstand und Blutvolumen ab. Kurzfristig regulieren ihn Barorezeptoren und das vegetative Nervensystem, langfristig die Niere über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und das antidiuretische Hormon (ADH).

Bedeutung für die Pflege

  • Puls, Blutdruck und Atemfrequenz richtig messen und einordnen können.
  • Zeichen von Durchblutungsstörungen erkennen (kalte Extremitäten, Ödeme, Zyanose).
  • Verstehen, warum Herzbettlage das Herz entlastet und warum Flüssigkeitsbilanz wichtig ist.

Typische Prüfungsfragen

  • Beschreiben Sie den Weg des Blutes durch das Herz.
  • Warum ist die linke Herzwand kräftiger als die rechte?
  • Erklären Sie die Funktion des AV-Knotens.
  • Wie berechnet sich das Herzzeitvolumen?

Zusammenfassung

Rechts Lunge, links Körper. Klappen sichern die Flussrichtung, das Erregungsleitungssystem den Rhythmus. Wer Anatomie versteht, versteht die Symptome der Herzinsuffizienz.

Quellen

  • LernhilfeLernhilfe der Tinos Pflege Lern App